Energieeffizientes Heizen ist bei vielen Bauherren und Hauseigentümern zur Prämisse geworden. Wirtschaftlichkeit der Heizungsanlage spielt dabei ebenso eine Rolle, wie ökologisches Haushalten mit Brennstoffen. Schon bei der Wahl des Energieträgers werden die Weichen gestellt, um eine möglichst positive Energieeffizienzklasse zu erreichen. Denn beim Verbrennen mancher Stoffe wird schlicht mehr Energie freigesetzt, als bei anderen.
Um bei der Verbrennung der verschiedenen Brennstoffe die Heizleistungen vergleichbar zu machen, bedient man sich physikalischen Kennzahlen. Diese Kennzahlen sind einmal der Brennwert und einmal der Heizwert. Im Folgenden stellen wir Ihnen diese beiden Werte vor, beschreiben die Unterschiede zwischen den beiden Werten und zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten der Umrechnung bestehen.
Der Heizwert als Qualitätssiegel

Erdgas besitzt einen sehr hohen Heizwert – Hier zusehen ist ein Erdgas-Kugelspeicher in Esslingen
von de:User:Igelball (first upload: July 27, 2003 – de:Wikipedia) [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
Der Heizwert wird für die gängigen Energieträger in Megajoule pro Kilogramm (MJ/kg) angegeben. Joule ist dabei die physikalische Maßeinheit für Energie, was bedeutet, dass die freigegebene Energie („Megajoule“) ins Verhältnis zur verbrannten Masse („pro Kilogramm“) gesetzt wird. Häufig erfolgt die Angabe auch in der Maßeinheit Kilowattstunden pro Kilogramm (kWh/kg). Die Umrechnung von Megajoule zu Kilowattstunden erreicht man durch den Faktor 0,27777. Andersrum ist die Kilowattstunde mit 3,6 zu multiplizieren, um den entsprechenden Wert in Megajoule zu erreichen.
Heizwerte variieren nicht nur zwischen den jeweiligen Energieträgern (Öl, Holz, Gas, etc.), sondern auch zwischen den Materialien einzelner Energieträger. So hat beispielsweise Buchenholz einen Heizwert von 14,4 MJ/kg (bzw. 4,0 kWh/kg), während Fichte mit 16,2 MJ(kg (bzw. 4,5 kWh/kg) verbrennt.
Der Brennwert – Nicht nur bei der Nahrung interessant
Neben dem Heizwert ist auch der Brennwert eine allgemeingebräuchliche Angabe, um die gebundene Energie in Materialien zu bestimmen. Auf Lebensmittelverpackungen ist der Brennwert in den Nährwertangaben enthalten und daher den meisten Menschen auch deutlich vertrauter. Während kalorienbewusste Mitmenschen auf einen moderaten Brennwert achten, gilt bei den Brennstoffen die Devise: Je höher desto besser. Doch was sagt er eigentlich aus?
Eichenholz besitzt mit den größten Brennwert von allen Holzarten
von Jos. (Eigenes Werk) [GFDL oder CC BY 3.0], via Wikimedia Commons
Da sich bei der physikalisch-chemischen Ermittlung der Werte keine Unterschiede ergeben, wird auch der Brennwert in Megajoule pro Kilogramm angegeben. Durch die Einbeziehung der Kondensationsenergie ist der Brennwert meist größer als der Heizwert gleicher Materialien.
Die Energiewerte der gängigsten Brennstoffe
Wie oben schon angedeutet, haben die unterschiedlichen Brennstoffe auch einen unterschiedlichen Heizwert und Brennwert. In der folgenden Tabelle wird der Brennwert und der Heizwert der gängigsten Brennstoffe aufgelistet.
Brennstoff | Heizwert (MJ/Kg) | Brennwert (MJ/Kg) |
---|---|---|
Holz | 14,4 – 15,8 (je nach Holzart) | 19 |
Holzbriketts | 17,6 | 18,7 |
Heizöl | 40 | 42,3 |
Erdgas | 32-45 | 36-50 |
Holzpellets | 17,3 | 18,77 |
Den Brennwert in den Heizwert umrechnen und umgekehrt
Da das Verhältnis beider Werte innerhalb desselben Brennstoffes gleichbleibend ist, besteht die Möglichkeit der Umrechnung. Die jeweiligen Umrechnungsfaktoren entsprechen den Quotienten aus der o.g. Tabelle, im Einzelnen:
Brennstoff | Umrechnungsfaktor Heizwert zu Brennwert | Umrechnungsfaktor Brennwert zu Heizwert |
---|---|---|
Holz | 1,08 | 0,926 |
Holzbriketts | 1,0625 | 0,9411 |
Heizöl | 1,06 | 0,943 |
Erdgas | 1,11 | 0,901 |
Holzpellets | 1,085 | 0,922 |
Brennwerttechnik bei modernen Heizungsanlagen
Moderne Brennwertkessel sind der aktuelle Stand der Technik und wie der Name es schon vermuten lässt, spielt hier der Brennwert eine besonders wichtige Rolle. Bei Heizungsanlagen mit Brennwerttechnik wird nämlich der oben beschriebene Kondensationseffekt noch zur Energiegewinnung genutzt. Die bei der Verbrennung des Energieträgers entstandenen Gase werden ihrerseits nochmal über einen Wärmetauscher geleitet, durch den die gespeicherte Energie in Wärme umgewandelt und dem Heizsystem zugeführt wird. So wird die in Brennstoffen gespeicherter Energie erheblich effizienter genutzt, was durch einen geringeren Verbrauch wirtschaftlich und durch weniger Emission ökologischer ist.